Ein Leben zwischen Traum und Wirklichkeit – das Projekt „Schuldenprävention“ an der WKS

Tolle Reisen, eine schöne Wohnung, ein schickes Auto oder das neuste Handy – jeder Jugendliche hat Träume. Doch was kostet eigentlich das Leben auf eigenen Beinen nach der Schule?

Um sich darüber vertieft Gedanken zu machen, nahmen die Neuntklässler der Wilhelm-Keil-Schule in den vergangenen Wochen erneut am dreitägigen Projekt „Schuldenprävention“ des Landkreises Ludwigsburg teil. Der erste Veranstaltungstag fand für die Teilnehmer an einem realen Lernort statt und zwar in der Kreissparkasse Ludwigsburg. Vor Ort wurden die Schüler von zwei Auszubildenden der Bank in die Grundlagen des Finanzwesens eingeführt. Sie erklärten beispielsweise was ein Girokonto ist, wie man Geldüberweisungen tätigt oder gaben Einblicke in verschiedene finanzielle Anlagemöglichkeiten. Zudem hatten die jungen Bankbesucher Gelegenheit, den Experten zum Thema „Bankausbildung“ Fragen zu stellen.

Der folgende Projekttag wurde auf dem Landratsamt Ludwigsburg abgehalten, wo die Schülergruppe von Fr. Lachenmaier, der Beauftragten für Schuldenprävention des Landratsamtes Ludwigsburg, betreut wurde.

Das große Thema war der verantwortungsvolle Umgang mit den persönlichen Finanzen. Einblicke in den Alltag der Schuldnerberatung, spezielle Arbeitsblätter und Filme sowie rege Diskussionen verdeutlichten den Jugendlichen, wie schnell man etwa durch unerwartete Arbeitslosigkeit, Mietrückstände, hohe Mobilfunkrechnungen, Online-Spiele oder auch Ratenkäufe in die Schuldenfalle tappen kann.

Am letzten Aktionstag, der die Vermittlung elementarer Grundlagen einer verlässlichen Haushaltsplanung zum Ziel hatte, besuchte Fr. Lachenmaier die Schüler in ihrem Klassenzimmer.

Sie sollten das bisher erworbene Wissen und ihre Planungskompetenz nun mithilfe einer simulierten Lebenssituation testen, indem sie in Kleingruppen unter Einhaltung eines strengen Budgets ihre erste eigene Wohnung ausstatteten. Bereits während der Planung stellte man schnell fest, was und wie viel ein selbständiges Leben kosten kann und wie wichtig es ist, vorausschauend zu kalkulieren, wenn man seine Wünsche realisieren will.

Maßgeblich vorbereitet und durchgeführt wurden die lehrreichen Tage von Frau Lachenmaier, der an dieser Stelle  nochmals ein großes Dankeschön ausgesprochen werden soll. Mit ihr zusammen konnten die Jugendlichen für das wichtige Thema sensibilisiert werden und ein erster Grundstein für den verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Geld ist hoffentlich gelegt.

My Finance Coach

Nicht nur Lesen und Rechnen – auch der praktische Umgang mit den eigenen Finanzen will gelernt sein. Wie das geht und auch noch Spaß machen kann, zeigt die Initiative „My Finance Coach“, deren Vertreter Herr Mora Estrada vor kurzem wieder an der Wilhelm-Keil-Schule aktiv war. Bei der mehrstündigen Veranstaltung wird zunächst das primäre Ziel verfolgt, die ökonomische Grundbildung von Schü­lerinnen und Schülern der Se­kundarstufe I zu verbessern. Zudem soll für die verantwortungsbewusste Planung mit Geld nachhaltig sensibilisiert werden.

Anhand konkreter Beispiele aus der Lebenswelt der Jugendlichen wurden im Unterricht daher Themen wie Werbestrategien, Kaufentscheidungen, Finanzplanung oder Sparen in die Alltagssprache übersetzt. In diesem Schuljahr fand das Projekt nicht mehr nur ausschließlich in der zehnten Klasse, sondern im Rahmen des neuen Schulfaches Wirtschafts- und Berufsorientierung (WBO) bereits in der Klassenstufe 7 statt. Auf diese Weise findet ein solch wichtiges Themenfeld nun zu einem noch früheren Zeitpunkt seinen Weg in unsere Klassenzimmer.

Bei der Berufswegeplanung greift die Wilhelm-Keil-Schule auf viele Jahre Erfahrungsschatz zurück. Dies bestätigt auch die wiederholte Vergabe des Berufswahlsiegel BoriS durch die Industrie- und Handelskammer. Das Siegel wurde der Wilhelm-Keil-Schule bereits vor mehr als einem Jahr für die Gemeinschaftsschule verliehen.

Die Gemeinschaftsschule beginnt ganz behutsam in den Klassen 5 und 6 mit der Annäherung an die Berufe in der nahen Umgebung. Darauf aufbauend durchlaufen die Schüler der Stufe 7 ein einwöchiges Sozialpraktikum, bevor sie in Stufe 8 in die Vorbereitung auf das Erstellen von Bewerbungsmappen, die Betriebspraktika und den Bewerbertag eingeführt werden. In den Jahrgangsstufen 9 und 10 liegen die Schwerpunkte in der weiteren Vertiefung der Betriebspraktika, Information über das Berufliche Schulsystem für weitere schulische Wege und die Studienorientierung.